Während der ganzen Produktsuche und Produktrecherche haben wir viel Zeit, uns um andere Dinge zu kümmern, die genauso wichtig sind. Behörden und Dokumente oder die Bürokratie wird wohl nie irgendwo halt machen, besonders nicht dort, wo viel Geld gemacht wird, nämlich im Handel. Deswegen gucken wir uns heute an, was wir für unser Geschäft mit Amazon FBA so für Dokumente brauchen. Wichtig hierbei ist, dass es bei den Preisen eventuelle Überschneidungen, abhängig vom Bundesland, gibt.

Gewerbeanmeldung

Als allererstes müssen wir ein Gewerbe anmelden. Das ist so ziemlich das Wichtigste, was man am Anfang machen muss. Dieses kann man ganz einfach im Bürgerbüro/Rathaus seiner Stadt anmelden.

anmeldung kleingewerbe

Bei der Eintragung des Gewerbescheines sollte beachtet werden, für welche „Tätigkeit“ man sich registrieren lässt. Ein einfaches „Onlinehandel über Amazon“ wird sicherlich von der Mitarbeiterin als zu undefiniert abgestempelt. Onlinehandel kann auch gerne Menschenhandel sein, es geht hier um die Definitionssache. Es darf nicht zu allgemein sein, aber es muss auch nicht superdirekt sein, zum Beispiel: „Onlinehandel in der Kategorie Elektronik, HiFi, Lautsprecher, 2.0, 50W“. Es reicht schon aus, wenn es Elektronikgeräte sind. Falls ihr euch nicht sicher seid, fragt einfach euren Berater, ich hatte ein gutes Gespräch mit der Dame. Sie war zwar etwas altbacken, was den Onlinehandel betrifft, auch wusste sie nicht was Fullfilled bedeutet, aber durch eigenständiges Googeln konnte die Frau mir recht schnell meine Schranken aufweisen.

Kosten der Gewerbeanmeldung

Der Spaß ist natürlich nicht kostenlos und auch hier muss man eine Gebühr entrichten, die je nach Gewerbeamt variiert. Während in meiner Stadt Dresden die Anmeldung 30€ kostet und damit fast am teuersten ist, liegt diese in Köln bei rund 20€.

 Stadt  Kosten
 Köln 20€
 Bielefeld 20€
 Erfurt 25€
 Dresden 30€
 Aachen 20€

Beachte: Eine Gewerbeanmeldung ist  keine Existenzgründung!

Voraussetzungen für eine Gewerbeanmeldung

Die Voraussetzungen für eine Gewerbeanmeldung sind marginal. Ein Personalausweis oder Reisepass ist für die Anmeldung meist ausreichend. Nur wenn ihr vorhabt, ein Gewerbe zu betreiben, was überwachungswürdig ist, benötigt ihr ein Führungszeugnis! Hier zitiere ich gerne den §38 GewO

I. Bei den Gewerbezweigen

1. An- und Verkauf von

a. hochwertigen Konsumgütern, insbesondere Unterhaltungselektronik,                           Computern, optischen Erzeugnissen, Fotoapparaten, Videokameras, Teppichen,           Pelz- und Lederbekleidung,

b. Kraftfahrzeugen und Fahrrädern

c. Edelmetallen und edelmetallhaltigen Legierungen sowie Waren aus Edelmetall           oder edelmetallhaltigen Legierungen,

d. Edelsteinen, Perlen und Schmuck,

e. Altmetallen, soweit sie nicht unter Buchstabe c fallen,

Wenn somit eine dieser Kategorien doch zutreffen sollte, muss man noch ein Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister nachreichen.

Regelung Kleingewerbe

Warum nicht gleich eine GmbH gründen oder ein UG,KG,AG? Wer zu viel Geld hat und keine Angst hat, alles in den Sand zu setzen, kann gerne hier schon eine Firmenform aufbauen, die ihren/seinen Geschmäckern entspricht. Für alle anderen und für mich heißt es: Erst gucken, wie der Hase läuft. Deshalb reicht für den Anfang eine normale Gewerbeanmeldung für Kleingewerbe. Dieses ist insofern interessant, dass man als Kleingewerbe eine steuerfreie Summe von 17.500€ hat. Bevor man diese nicht knackt, sind andere Unternehmensformen irrelevant.

kleingewerbe bis 17500

EAN

Die European Article Number, auch kurz EAN genannt, ist das lustige Bildchen mit den schwarzen Balken auf jedem Produkt, das wir kaufen und von den Kassierern gescannt wird. Diese wird für die Artikelidentifizierung benötigt und besteht meist aus 8-13 Ziffern. Auch dieses benötigen wir und auch hier gibt es ein paar Sachen, auf die man aufpassen muss. Es gibt Internetseiten, die diese EAN Codes für nur 4,95€ anbieten, dass das nicht stimmen kann, muss uns bei dem Preis einleuchten. Wer günstige EAN Codes kauft, kauft meist gebraucht und auf Risiko. Deshalb werde ich gleich von den richtigen Codes sprechen, die man für etwas mehr Geld kaufen kann.

EAN kosten

Das Bild oben zeigt die Preise der GS1-Germany. 230€ ist die kleinste Variante, die für den Anfang mehr als ausreichen soll. 1.000 Artikelnummern bedeutet dabei, dass wir 1.000 verschiedene Produkte produzieren können ohne, dass uns dabei die Codes leer gehen. Dabei bekommt zum Beispiel ein grünes Shirt in Größe S eine Nummer, das gleiche grüne Shirt in Grün und Größe M eine andere Nummer, ein gelbes Shirt in S eine weitere Nummer. So können schnell Dutzende von Nummern aufgebraucht werden.

Beachte: Ihr bekommt die Aufkleber nicht nach Hause geschickt, ihr müsst sie vorher drucken und das kostet wieder Geld. Die 230€ richten sich nur auf den Anspruch der Nummern, wollt ihr eure Produkte bekleben, müsst ihr diese drucken lassen. Günstigere Variante hier: der Produzent druckt diese für euch!

EORI-Nummer

Das Letzte, was ich hier aufzählen will, ist die EORI-Nummer oder ausgesprochen „Economic Operators Regestration and Identification Number“. Eine Nummer, die für die gesamte Europäische Union zur Identifizierung eurer Ware am Zoll gilt. Diese könnt ihr kostenfrei auf der Seite vom Zoll Online anmelden.

Die EORI-Nummer wird auch nur benötigt, wenn ihr als Privatperson mehr als zehn Zollanmeldung pro Jahr macht. Ob ihr nun diese Anzahl schafft oder nicht, sei dahin gestellt. Es ist kostenlos, gehen wir davon aus, ihr habt Erfolg mit dem Onlinehandel, also braucht man die EORI-Nummer sowieso.


3 Kommentare

Markus · 10. April 2017 um 15:27

An dieser Stelle vielleicht noch ein wichtiger Hinweis: Nur die oben genannten originalen EAN-Codes besorgen, wenn man langfristig kein unnötiges Theater haben möchte. Haben schon mehrere Fälle gehabt, wo Händler hier paar Euros sparen wollten und im Enddefekt deutlich mehr Theater hatten, weil Nummern nicht gültig waren, Produkte vom Handel (vorübergehend) ausgeschlossen waren usw. und das ist in der Regel zigfach teurer.

Amazon FBA #4 – Taugt meine Idee? Verkaufszahlen vergleichen · 25. Januar 2018 um 11:39

[…] Dokumente sind alle gemacht, Ideen für Produkte stehen bereit. Doch sind die Produkte auch gut genug für den Umsatz, sind die […]

Kommentar verfassen